Aurora HDR beschreibt sich selbst als der weltweit fortschrittlichste HDR-Foto-Editor (High Dynamic Range) für die Erstellung von genialen Fotos aus einer Belichtungsreihe (Brakketing). Ebenfalls wirbt Aurora HDR auch damit, entsprechend gute Ergebnisse aus einem einzelnen Bild zu bekommen. Darum geht es hier. Die Qualität mit echten Belichtungsreihen vergleiche ich in einem separaten Beitrag.

Ich habe Aurora HDR getestet und mit den HDR-Fähigkeiten von Affinity Photo verglichen. Ob sich die Anschaffung von Aurora HDR lohnt, wenn man schon Affinity Photo sein eigen nennt, erfährst Du hier.

Ich suche mir ein ziemlich dunkles Foto aus, mit dem ich den Test durchführen möchte. Mit einem Foto aus dem Innenraum der Haga Sofia in Istanbul werde ich fündig. Auf dem Bild sind auch noch Scheinwerfer  sowie kleinere Fenster abgebildet. Das ist das Ausgangsmaterial, ein Original RAW-Bild mit 13 MP und einem Gewicht von 20.1 MB.

 

Affinity Photo

Ich habe das Bild in Affinity Photo geöffnet und dann direkt die Tonemapping-Persona bemüht. Nach exakt 29 Sekunden hat Affinity das Resultat parat und hat mein Einzelbild auf 32 bit Farbtiefe konvertiert. Als Auswahl bietet mir Affinity Photo 4 sogenannte Vorgaben (bei Aurora heissen die Kollektionen), denen jeweils einige Presets zugeordnet sind: 5 bei „Standard“, 6 bei „Extrem“, 9 bei „Verrückt“ und 20 bei „James Ritson Customs. Ingesamt also 40 Presets.

Ich entscheide mich für „detailliert“ aus der Standard-Vorgabe, ohne weitere Bearbeitungsschritte wie Tonkomprimierung, Kontrast, Belichtung und dergleichen und exportiere das Bild als JPG:

Aurora HDR

Der gleiche Vorgang bei Aurora HDR aus dem Hause Skylum. Ich öffne das Foto mit Aurora HDR, welches gleich mit seiner Arbeit beginnt. Nach 15 Sekunden ist das Resultat da, also knapp doppelt so schnell wie Affinity Photo. Allerdings: im Gegensatz zu Affinity Photo bietet mir Aurora HDR keine Möglichkeit, ein Einzelbild auf 32 bit umzurechnen. Wie Affinity Photo bietet Aurora HDR ebenfalls Vorgaben, die hier jedoch „Kollektionen“ heissen. Davon gibt es deren 8 (weitere können dazu gekauft werden für Preise zwischen 0 und 10.- Euro), und mit einer unterschiedlichen Anzahl von Presets: 12 bei „Essentials“, 8 bei „Landscape“, 10 bei „Architecture“, 8 bei „Dramatic“, 11 bei „Artistic“, 13 bei „Trey Ratcliff Looks“, 10 bei „Serge Ramelli Looks“ und 13 bei „Randy van Duinen Looks“. Ingesamt also 85 und damit mehr als doppelt soviele wie bei Affinity Photo.

Ich entscheide mich für „Natural“, weil mir dies – eben – am natürlichsten erscheint und ich ehrlich gesagt mit den vielen anderen Presets (noch) nicht so recht warm werde. Dies natürlich alles vor dem Hintergrund, dass keine weiteren Bearbeitungsschritte vorgenommen wurden. Hier das Resultat:

 

 

Fazit:

Aurora HDR kostet zur Zeit (Mai 2021) € 99.-, darf aber auf fünf Computern (gleichzeitig) benutzt werden. Es ist leider nicht vorgesehen, eine Einzellizenz zu 20 Euro zu erwerben. Affinity Photo kostet – als umfangreiches und nahezu komplettes Bildbearbeitungsprogramm – regulär gerade mal € 54.99. Im Moment (Mai 2021) werden noch 50% Rabatt gewährt, so dass lediglich € 27.99 zu berappen wären. Ausserdem bietet Affinity Photo zusätzlich eine App für iPad an (muss zusätzlich erworben werden).

Beide Programme verfügen über zahlreiche zusätzliche Möglichkeit der HDR-Bildoptimierung. Ob es eine so grosse Anzahl – zum Teil wirklich verrückte – Presets braucht, oder ob man „ungewöhnliche“ Resultate nicht auch durch herkömmliche Bildbearbeitung erreicht, gälte es auszuprobieren. Es ist, wie so oft, eine Frage des Geschmacks: mir persönlich hat das noch unbearbeitete Resultat von Affinity Photo besser gefallen. Wer also Affinity Photo bereits sein Eigen nennt, kann meiner bescheidenen Meinung nach getrost auf Aurora HDR verzichten und die 99 Euro anderweitig verwenden.

Wer allerdings täglich mit Belichtungsreihen zu tun hat und darauf zugeschnittene Kollektionen und Presets mit vielen Einstellungsmöglichkeiten benötigt, dem kann man Aurora HDR ans Herz legen.

Wer noch keines der beiden Programme sein Eigen nennt, dem würde ich Affinity Photo empfehlen. Es kann auch sehr gut mit HDR umgehen, ist aber nicht auf einen bestimmten Zweck (eben HDR) beschränkt, sondern bietet viele weitere Bearbeitungsmöglichkeiten, die es so in Aurora HDR nicht gibt. Ausserdem ist der Preis attraktiver.

Das ist doch allerhand, nicht? Viel Erfolg bei Deiner Entscheidung!

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